Ein neuer Ort

Wir sind umgezogen - und was das für Wilde Kultur bedeutet

Lange Zeit war es geplant, jetzt hat es endlich geklappt! Wohin es uns ziehen wird, war lange nicht klar, umso glücklicher sind wir, dass unsere neue Umgebung für - hoffentlich - die nächsten Jahre das schöne Albtal bei St. Blasien ist.

Tschüss Provisorium, hallo ihr Ideen

Bis vor wenigen Wochen haben wir zur Miete in einer kleinen, zweigeteilten Wohnung über dem Kuhstall eines alten Schwarzwaldhofes gewohnt. Was als kurzzeitiges Provisorium gedacht war, um näher an die Vogesen in Frankreich zu kommen (und dort ein Häuschen zu mieten / kaufen), dauerte nun im Endeffekt ganze drei Jahre.

Auch wenn es vieles gab, was wir dort umsetzen konnten, noch viel mehr wurde auf den "wenn erst mal" Stapel geschoben. Wie oft dachten wir: DAS würden wir gern machen. Aber es hätte mehr Platz gebraucht, andere Bedingungen oder der Gedanke "das lohnt sich hier jetzt nicht" war einfach zu überwältigend. Es ist ein seltsamer Zustand, über längere Zeit im Provisorium zu wohnen. Tief drin will man sich ja darauf einlassen, auch wenn es nur für kurz ist, aber praktisch ist es unmöglich.

Und jetzt... zum ersten Mal seit über drei Jahren wollen wir nicht eigentlich grade wo ganz anders sein, sind wir nicht auf der Suche. Für uns ist vor allem eines klar und wichtig: erst mal bleiben wir hier.

Ankommen. Durchatmen. Einfach nur da sein.

Endlich lohnt es sich, Vorhänge aufzuhängen. Endlich haben wir wieder einen Keller. Und Platz, um Pflanzen vorzuziehen.

Endlich, endlich, endlich können wir uns wieder einlassen: auf unsere Umgebung, auf unsere Ideen, auf uns.

Neue Sammelstrecken

Eine Sache, die uns für unser neues Zuhause besonders wichtig war, war der direkte Zugang zu Wald und Wiesen.

Von unserem neuen Wohnort aus, führt eine eigene Treppe hinunter auf ein großes Grundstück, an dessen Hängen wir neben wildem Thymian in diesen ersten frühlingshaften Tagen auch schon Schafgarbe, Spitzwegerich und Kleinen Wiesenknopf entdeckt haben. Von dort aus geht es bergauf direkt in den Wald - einen lichten Mischwald aus Fichten, Eichen, Buchen und - wie wir gestern zu unserer großen Freude festgestellt haben - hier doch eher seltene Kiefern. Der moosbedeckte Waldboden verspricht auch schon mal den ein oder anderen wilden Pilz.


Erst seit ein paar Tagen hat der Schnee angefangen zu tauen. Zwei Wanderungen hatte ich noch im Tiefschnee unternommen, war aber dabei nicht besonders weit gekommen. Jetzt können wir endlich anfangen die Gegend richtig zu erkunden! Für mich ist das einer der absolut besten Aspekte am Umziehen. Und gleichzeitig einer der Gründ, wegen dem ich das wilde Sammeln so charmant finde: es ist immer wieder ein Abenteuer, man weiß nie, was man genau findet - und für einen neuen Ort stimmt das erst recht...

Neuer Garten

Irgendwo hier wird er bald sein: unser brandneuer Garten.

Im Moment schlummern unsere mehrjährigen Pflanzen - viele Würzkräuter, Heilpflanzen, Ewiger Kohl, Topinambur,... - noch unter einer üppigen Schneedecke im alten Garten.

Sobald der Boden frostfrei ist, holen wir sie ab.

Letzte Woche habe ich angefangen, mir Gedanken für unseren neuen Garten zu machen. So mehrjährig wie möglich soll er werden. Und nachdem wir die letzten Jahre uns im alten Garten vor Beeren von alten Sträuchern kaum retten konnten, wollen wir jetzt unsere eigenen Beerensträucher, vielleicht sogar das ein oder andere kleine Obstbäumchen pflanzen.

Genau wie die Wohnung war auch unser alter Garten improvisiert. Dabei plane ich eigentlich unglaublich gerne - und genau das soll sich im neuen Garten ändern: mehr Vorplanung, bessere und geschicktere Ausnutzung des Platzes.

Events 2019

Im letzten Jahr haben wir mehrere Workshops zum wilden Kochen am offenen Feuer in Freiburg und am Kaiserstuhl angeboten. Außerdem haben wir ein Mal je Jahreszeit ein Treffen für Interessierte angeboten, bei dem gemeinsam gewandert, gesucht und gesammelt wurde.

Aktuell sind keine Veranstaltungen von uns geplant. Das heißt nicht, dass es garantiert nichts geben wird - wir legen uns nur noch nicht so genau fest.

Was wir auf jeden Fall schon bald tun werden, ist, unsere neue Umgebung zu erkunden und die Augen offen zu halten, um vielleicht den ein oder anderen passenden Platz zum Kochen am Feuer in Verbindung mit vielfältigen Sammelmöglichkeiten rundrum zu finden.

Für unsere Wilden Austauschtreffen in Freiburg suchen wir aktuell nach jemandem, der in Zukunft die Planung übernehmen möchte, denn dafür ist Ortsnähe gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. (Wenn du dir das zutraust und vorstellen kannst, meld dich doch gerne per Nachricht!)

Abgesehen davon sind wir im Moment einfach offen für das, was die nächste Zeit an Gelegenheiten und der neue Ort an Inspiration bringen werden.

Und machen dort weiter, wo wir aktuell unsere meiste Aufmerksam hinein stecken: bei unseren eigenen Produkten...

Neue Produkte

Wir lieben es, uns kluge, schöne Dinge auszudenken und sie dann Realität werden zu lassen. Entsprechend lang ist die Liste an Ideen, die wir für eigene Produkte haben.

Und bis auf weiteres wird hier auch unser größter Fokus sein.

In unserem Online-Shop findet sich momentan schon unser erstes Werk: eine herrlich dunkelgrüne Email-Tasse, illustriert mit einigen der aromatischsten und heilkräftigsten wilden Pflanzen für Tee.

Unsere nächsten Kreationen beschäftigen sich mit der wilden Selbstversorgung rund ums Jahr.

Auch aus Stoff und Holz soll es bald von uns hergestelltes geben.

Und wir wollen zum Wissen über giftige und gefährdete Wildpflanzen und Pilze beitragen.

Zusammengefasst: Wir wollen inspirieren, faszinieren und Wissen weitergeben. Und um daran weiter zu arbeiten, haben wir einen wunderbaren Ort gefunden: ruhig, naturnah, inspirierend.

Es geht weiter.

18.02.2019
Nadine